31.1.2018 Vortrag: Zelt oder Siedlung? Tibetische Nomaden unter dem Einfluss der chinesischen Entwicklungspolitik

(Dr. Jarmila Ptáčková)

Die derzeitige Entwicklungspolitik im Westen Chinas beeinflusst nicht nur die Landschaft und Umwelt, sondern auch den Alltag der Anwohner wie der Tibeter. Das Bestreben der Regierung besteht nicht nur darin, bestehende Städte zu erweitern und besser miteinander zu vernetzen, sondern auch die Urbanisierung der ländlichen Gebiete und die Modernisierung „rückständiger“ Lebensgrundlagen, wie beispielsweise des Pastoralismus. In den letzten zehn Jahren wurden auf tibetischen Weidegründen eine Reihe neuer Siedlungen für Nomaden angelegt. Die neuen Häuser sollen ihnen ein komfortableres Wohnumfeld bieten und das Leben in den Wohnsiedlungen sollte qualitativ bessere Dienstleistungen und die Möglichkeit bieten, sich auf einen breiteren Arbeitsmarkt einzulassen, was die sozioökonomische Situation der Nomadenfamilien verbessern sollte. In der Praxis ist diese Strategie mit Problemen behaftet, und in vielen Fällen verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Familien durch die Entwicklungsmaßnahmen weiter.

18:00 SI Tančírna Balahala Rumburk

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